Sonntag, 19. März 2017

Wer "nichts wird, wird Wirt" - und so wurde ich mit Nichts-Tun quasi Wirt

Die kleine Kneipe lag nicht mal im gleichen Stadtteil. Dennoch hatten wir etwas gemeinsam. Eine fast ähnliche Telefonnummer nämlich und so bekam ich viele Anrufe, die aber eigentlich an das Restaurant gehen sollten. 
Das hätte ganz lustig sein können. War es zu Beginn auch. Aber schnell fiel mir auf; entweder musste das eine total verruchte Spelunke sein oder sie hatte das Pech, die unhöflichsten Leute der Stadt als Gäste zu haben. Im scharfen Kommandoton, wurde reserviert, bestellt, geordert.

Ja klar, Tisch ist reserviert

Das ging dann so: Mein Telefon klingelt, ich geh ran, sag laut und deutlich meinen Namen, der nun rein gar nichts mit einem Restaurant zu tun hat. Und aus dem Hörer kommt ein heftiges Bellen.
"Ich bestelle für das Mittagessen einen Tisch für vier Personen."
Kein Zögern, kein Stutzen, kein "Äh, ist hier nicht Restaurant Sowieso?".
Anfangs war ich noch freundlich, erklärte das Missverständnis. Aber meine Freundlichkeit wurde auf die immer härtere Probe gestellt. Und so begann ich zu sagen: "Ja klar, Tisch ist reserviert."

Ich köpfte das Ei - und nahm weitere Reservierungen an

Am lustigsten fand ich diejenigen Anrufer, die auf meinem Anrufbeantworter eine Nachricht hinterliessen. Kasernenton inklusive. 
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich verstand, was da passierte. Ein Restaurant hatte fast die gleiche Telefonnummer wie ich. Ausser, dass zwei Zahlen andersrum waren. Also 43 anstatt 34 oder so. Und so landeten die hungrigen Flegel bei mir. 
Als ich das Lokal informierte, luden Sie mich als Entschädigung zum Brunchen ein. Was ich gerne annahm. Ich bekam dann allerdings nur "das kleine Frühstück. Wenn das okay ist?" Natürlich war es nicht okay. Aber was sollte ich schon tun? Hmmm....ich köpfte mein Ei, ging nach Hause und nahm weiterhin Tisch-Reservierungen entgegen. "Ja klar, der Tisch ist reserviert."

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