Sonntag, 7. Januar 2018

"The Greatest Showman" ist Musical-Handwerk der guten, alten Hollywood-Schule. Mehr nicht.

Sie wirbeln durch die Manege, lachen, tanzen, singen - alles vorhanden, und dennoch irgendwie blutleer, ambitionslos, emotionslos. An den Akteuren liegt es nicht, vielmehr an der Inszenierung, die sich nicht traut. Als ob Regisseur Michael Gracey Angst vor der eigenen Courage hätte. Vielleicht aber ist der Oscar aller Musical-Filme LaLaLand dann doch eine Nummer zu gross, als dass eine filmische Annäherung möglich wäre. "The Greatest Showman" ist ein klassischer Musicalfilm - nicht weniger, aber leider halt auch nicht mehr. P.T. Barnum (Hugh Jackman immer mit einem Lächeln im Gesicht) weiss nicht so recht, was er will, dann entdeckt er im aufstrebenden New York des 19. Jahrhunderts die Magie der Illusion und Verführung, eröffnet ein Museum, erweitert es alsbald zum Kuriositätenkabinett - und feiert riesige Erfolge. Als Nebenstory tingelt er alsbald mit einer Sängerin durchs Land, was im Liebes- und Musical-Genre naturgemäss zu einigen amourösen Verwicklungen führt, ehe dann doch noch alles in Minne aufgeht. "The Greatest Showman" hält, was er verspricht, aber der Film überrascht nicht, ärgert manchmal sogar mit der lieblosen Figurenzeichnung oder den überzeichneten Stereotypen. Was macht der einsame Mann? Hängt in der Kneipe rum. Was macht die traurige Ehefrau? Lässt sich den Wind an den Klippen um die sorgfältige Frisur blasen. 
LaLaLand ist der FC Barcelona. The Greatest Showman holt uns wieder auf den Boden der Realität zurück und ist höchstens der FC Zürich. Auch gut, auch Fussball. Aber kein Leinwandfeuerwerk und wohl bald wieder vergessen. 

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Ich liebe die Comedy-Show „Willkommen Österreich“, den kanadischen Sänger Bryan Adams, den besten Eishockeyclub der Welt ZSC, den genialen Schreiber James Lee Burke, die TV-Serie „The Newsroom“, die wunderbaren Städte München, New York und Zürich, Grapefruitsaft, Buddha, Bill Clinton, Enten und saftige Wiesen. Das bin ich. Stefan Del Fabro

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