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Das Albanifest ist wieder da

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Klar, es wird gegrölt und gepöbelt, gesoffen und gefeiert. Wie an jedem Fest. Dass aber das Winterthurer Albanifest nach zweijähriger Corona-Zwangspause sein Comeback feiern darf, ist eine gute Nachricht. Seit 1971 gibt es das Albanifest in seiner heutigen Form. Und ich war dabei. Na gut, meine Beinchen waren noch arg kurz und zu mehr als einem Ritt auf dem Kinderkarussell reichte es nicht. Seither war ich oft da, aber nicht immer. Wie so viele Stadtfeste wuchs auch das Albanifest und so strömen an den drei Tagen am jeweils letzten Juni-Wochenende so viele Leute durch die historische Altstadt, wie in ganz Winterthur wohnen. Über 100'000 also. Als Kind erkundete ich einst zu Fuss die Geisterbahn. Als mich jemand entdeckte, stolperte und hüpfte ich über Kabel und Schienen, an Monstern und Hexen vorbei ins Freie. Mein bester Freund legte sich im Stadtpark mit einer Horde Betrunkener an, ich ging dazwischen, das Ende ist klar. Wir lagen dann beide am Boden, schnappten nach Luft und ...

Wer ist Désirée Nosbusch?

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Seit ich Fernsehen gucke, ist Désirée da. Kein Wunder, sie ist nur ein Jahr älter und hat mich immer wieder angelächelt. Schon mit 15 war sie in der ARD Reporterin . Vermutlich war ich, wie viele Jungs meiner Generation, eine Weile verknallt in die Désirée. Sie war nackt – aber sie blieb erfolgreich Sie spielte als Teenager im kuriosen Kinofilm «Der Fan» und weil sie die meiste Zeit nackt war, wurde sie dadurch zur Projektionsfläche. Danach verliert sich - in meiner Erinnerung - ihre Spur. Auch wenn sie mir immer wieder mal von der Mattscheibe zuzwinkerte. Erst als Désirée Nosbusch in der genialen TV-Serie «Bad Banks» auftrat, wurde sie mir wieder bewusst. Und so griff ich unlängst zu ihrer Biographie mit dem sperrigen Titel «Endlich noch nicht angekommen» . Zum Glück ist nur der Titel holprig formuliert, das Buch ist es nicht. Flüssig und schwungvoll führt uns Désirée durch ihr Leben, nimmt uns mit auf die Gipfel ihrer Erfolge und Täler ihrer Niederlagen. Es ist ein ehrliches B...

Zwischen Genf und Davos liegen nur ein paar Berggipfel

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Deutschland ist von der Fläche etwa 8,7 mal grösser als die Schweiz. Die längste Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt 876 Kilometer. Da könnte man die Schweiz auch gut zweieinhalb mal reinpappen.  Aber manchmal kippt der deutsche Grössenwahn. Wenn ich in der WELT lese, dass zwischen Davos und Genf gerade mal ein paar Berggipfel liegen.  Für diese Strecke - zwischen den "paar Berggipfeln" - brauchst du mit dem Zug fast 6 Stunden. Mit dem Auto schaffst du es in 4,5 Stunden.  Das ist ungefähr die Autofahrt von Nürnberg nach Düsseldorf. 

In der Schweiz wird eigentlich nur gejodelt

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Ich lese gerne die ZEIT oder den SPIEGEL . Diese deutschen Qualitätsmedien analysieren oft klug, kommentieren schlau, gehen dahin, wo es weh tut.  Aber nicht immer. Denn auch deutsche Journalisten kochen nur mit Wasser. Wenn es um die Schweiz geht, wird kein Klischee ausgelassen, bleibt kein stereotypes Auge trocken.  Dass Deutsche am liebsten in die Schweiz auswandern, bebildern sowohl Zeit wie auch Spiegel mit fröhlichen Bergbildern und lustigen Fahnenschwingern.  Darum habe ich mich an die beiden Redaktion gewandt: "Das ist etwa so, wie wenn eine Schweizer Redaktion einen Artikel über Deutschland mit Schäferhunden bebildern würde. Prompt schreibt einer Ihrer Kommentare: «Viele Deutsche möchten sich gern in eine Schweizer Berghöhle verkriechen.» Ich bin ein 56jähriger Schweizer, der in einer Stadt und nicht in einer Berghöhle lebt und ich habe vielleicht 3x in meinem Leben Fahnenschwinger gesehen. Deutsche Schäferhunde begegnen mir weitaus öfter." Ich habe s...

Tschüss Kirche, ich bin dann mal weg

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Nein, diese Kirche kann ich nicht mehr im Dorf lassen. Das halbherzige Handeln im Ukraine-Krieg hat mich veranlasst, aus der evangelisch-reformierten Kirche auszutreten . Seit meiner Geburt war ich dort Mitglied, wenn auch nie Fan. Ich wurde noch getauft (da konnte ich wenig ausrichten). Auf die Konfirmation habe ich als Teenager dann bereits verzichtet. Über die Jahre war (und bleibe) ich ein treuer Besucher der Kirchhäuser. Die Kirchen faszinieren mich architektonisch. Egal von welcher Glaubensrichtung, die Gebäude wirken auf mich. Egal ob im irischen Dorf, im mexikanischen Morelia oder ob ich mich in New York auf der 5th Avenue in die St. Patricks Cathedral «verirre» - die Faszination für diese imposanten Gotteshäuser ist da. Dann brach dieser fürchterliche, idiotische Ukraine-Krieg aus. Und ich setzte meine Hoffnungen auch auf die Kirche. Zunächst auf die mächtige Katholische. Der Papst wurde nach Kiew eingeladen. Ich schrieb sechs Schweizer Bischöfe an und bat sie, den Papst ...

Deutschland, du überschätzt dich

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Ganz Europa blickt gebannt nach Berlin. Was geht im Ukraine-Krieg? Liefert Deutschland Helme und Wärmesocken? Was ist mit den endlich angekündigten «schweren Waffen»? Wie viele Bürokratiestufen müssen durchlaufen werden, bis irgendein Beämtchen den Okay-Stempel auf die Dokumente knallt? Sie reden und reden und verzetteln und verheddern sich. Schade. Deutschland, du überschätzt dich. Das Land Adenauers, Ludwig van Beethovens oder Loddar Mätthaus. Überall Weltklasse. Auch im Kleinkarierten. Da fuhr ich kürzlich mit der Bahn nach Deutschland. Bis zur Grenze ohne Maske, danach mit. Auf dem Nachhauseweg das gleiche in umgekehrter Reihenfolge. Im öffentlichen Verkehr gilt in Deutschland noch immer Maskenpflicht. Wenn ich also in München 1 Stunde durch ein Einkaufszentrum schlendere, ohne, wenn ich 7 Minuten Bus fahre mit Maske. Das ist medizinisch-wissenschaftlich nicht mehr erklärbar, sondern nur noch politische Sturheit. Der Gesundheitsminister Karl Lauterbach wird nicht umsonst auch in ...

"Es gilt das gesprochene Wort" von Sönke Wortmann

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Sönke Wortmanns Filme mag ich. Sein Frühwerk wie « KleineHaie » oder « Mr. Bluesman » sogar sehr. Dann folgten « Der bewegte Mann » oder « Das Superweib », später « DasWunder von Bern » oder zuletzt « DerVorname » und « Contra ». Applaus, Applaus. Nun legt der beste deutsche Filmregisseur mit « Es gilt das gesprochene Wort» sein Romandebüt vor. Applaus, Applaus. Wo Sönke Wortmann drauf steht, ist Sönke Wortmann drin. Der Mann kann es einfach. Das Buch handelt einerseits von einem politischen Ghostwriter. Der Redenschreiber des deutschen Aussenministers schreibt superbe Texte und Reden – und hat mit Maria ausgerechnet eine Partnerin, die nahezu stumm durchs Leben geht. Anderseits ist da der mittelmässige Diplomat Cornelius von Schröder, dessen Ehe in Trümmern liegt und dessen Karriere ins Stocken geraten ist. Auf einer Reise des Aussenministers nach Marokko kreuzen sich die Wege des Redenschreibers und des verbitterten Diplomaten auf dramatische Weise. Was Regisseur Wortmann ...